Aktion "Alter im Blick"

Betreuung der Aktion "Alter im Blick" für das JUFF-Seniorenreferat (Tirol, 1999)

Informationsblatt




Alter im Blick

JUFF-Seniorenreferat, Land Tirol

Erinnern - erzählen - schreiben

Eine Initiative des JUFF-Seniorenreferates zum Internationalen Jahr der älteren Menschen

Das Projekt "Alter im Blick" ist eine Initiative des Landes Tirol zum Internationalen Jahr der älteren Menschen 1999. Sie versucht eine Bestandsaufnahme von persönlichen Lebenserfahrungen mit dem Alter, ein Über-Blick also auf unser ausgehendes Jahrhundert, der bewußt machen soll, was Menschen gerade auch in Sachen Alter an Veränderungen erlebt und gemeistert haben - zum Besinnen und gleichsam als Anlauf ins nächste Jahrhundert.

Wovon berichten?

Gefragt sind persönliche Erfahrungen mit älteren Menschen aus der engeren Umgebung und beim eigenen Älterwerden. Hier ein paar Anregungen zum Erinnern:

Alten-Bilder aus Kindheit und Jugend: Aussehen, Lebensverhältnisse und Auftreten alter Menschen, ihre Betätigungen, ihr Zusammenleben mit Jüngeren:

  • eigene Großeltern, Onkel, Tanten
  • alte Nachbarn, Originale und andere Persönlichkeiten im Dorf/Stadtteil
  • speziell auch ältere Menschen, die schon damals ihrer Zeit voraus schienen oder aber altmodisch wirkten

Frühere Altersversorgung: aus persönlicher Erfahrung und eigener Anschauung in Familie und Nachbarschaft:

  • Übergabe von Hof, Geschäft, Betrieb ...; Ideal und Wirklichkeit des Ausgedinges
  • alte Menschen in öffentlicher Versorgung, insbesondere als Einleger bei Bauern sowie in örtlichen Armenhäusern
  • erste Erfahrungen mit moderneren Formen der Altersversorgung

Hilfe und Pflege im Alter: wachsende Abhängigkeit von nahen Menschen und ihre Bewältigung:

  • Einbrüche und schleichendes Altern
  • Pflege-Geschichten zwischen Eltern und Kindern, zwischen Partnern
  • Wege von daheim ins Heim (und zurück?)

Verluste und Neubeginn im Alter: der Tod nächster Angehöriger und Freunde:

  • Sterbe- und Trauerrituale in Stadt und Land, einst und jetzt
  • vom Leben nach dem Tod des Mannes/der Frau
  • Alleinsein und neue Begegnungen

Dabei geht es nicht einmal so sehr um ganz herausragende Erfahrungen, sondern gerade auch um die gewöhnlichen Verhältnisse und Geschehnisse rund ums Alter(n) in diesem Jahrhundert. Es sollten Erinnerungen aus eigenem Erleben sein, also keine Geschichten nur vom Hören-Sagen und keine Allgemeinsätze oder bloße Meinungen, "wie es früher war".

 

Wer schreibt, der bleibt?

Viele Einrichtungen im Bereich von Bildung, Kultur, Sozialwesen und Kirchen suchen Menschen, die von ihren persönlichen Erfahrungen mit einem dieser Themen im Kreise von Gleichgesinnten berichten und sie zu Papier bringen möchten, und bieten auch entsprechende Hilfestellung. Die Seniorenorganisationen des Landes sind ebenfalls offen für derartige Zusendungen, die sie in ihren Organen dann teilweise veröffentlichen. Auch Schulen oder einzelne Klassen können aktiv werden und aus Erfahrungen und Gesprächen mit Älteren solche Lebenserinnerungen niederschreiben.

Wichtig also: Niemand bleibt mit diesen Erfahrungen allein, sondern alle, die mittun wollen, mögen bitte mit einer dieser Einrichtungen in Verbindung treten, die dann die einzelnen schriftlichen Beiträge sammeln und geordnet weiterleiten.

Der Wert biographischer Arbeiten?

Es geht darum ältere Menschen anzuregen, ihre lebensgeschichtlichen Erfahrungen mit Alter(n) niederzuschreiben. Um einen Beitrag zum "Internationalen Jahr der älteren Menschen" im Jahre 1999 zu leisten, wird es als ein wichtiges Anliegen angesehen, die alltäglichen und auch nicht alltäglichen Erfahrungen der älteren Menschen der Nachwelt zu erhalten. Dies weniger aus rein historischem Interesse als vielmehr aus dem Bedürfnis heraus, eine Auseinandersetzung zwischen den Generationen anzuregen und sich der Kräfte bewußt zu werden, die aus den Erfolgen der Älteren für die Bewältigung anstehender Aufgaben zu gewinnen ist.

Wie gehen wir vor?

Schon im Vorfeld des Internationalen Jahres der älteren Menschen fand am Grillhof in Vill bei Innsbruck eine Veranstaltung zum Thema "Lebensgeschichten auf der Spur - Zur Biographiearbeit mit älteren Menschen" statt. Diese wird am 14./15. Mai 1999 samt einem "follow up" wiederholt. Dipl.-Phys. Heinz Blaumeiser und Mag. Elisabeth Wappelshammer, die renommierten Experten zur Biographiearbeit, werden in die lebensgeschichtliche Arbeit mit älteren Menschen in Theorie und Praxis einführen: Wie können Lebensgeschichten und Erfahrungen aus der Vergangenheit erhalten werden? Was passiert, wenn man über alte Dinge spricht, wie werden sie aufgenommen, verschriftlicht, bewertet und erhalten? Was kann daraus gelernt werden? Heinz Blaumeiser gibt Multiplikatoren und Menschen, die sich mit Senioren befassen, aber auch Seniorenorganisationen Antworten auf die vielen Fragen und um das Tema "Biographien".

Was geschieht damit?

Alle diese schriftlichen Lebenserinnerungen sollen in erster Linie der Weiterentwicklung und dem besseren Verständnis in den Organisationen dienen. Sodann gelangen sie zum JUFF-Seniorenreferat des Landes Tirol. Dort treffen unabhängige Fachleute eine Auswahl, die ein möglichst vielfältiges Bild vom Alter in unserem Jahrhundert geben soll. Diese Lebensgeschichten werden vom Land Tirol gesammelt und bei einer repräsentativen Veranstaltung näher vorgestellt. Wer mitmacht, erklärt mit der Einreichung das Einverständnis zur Veröffentlichung - auch gekürzt und überarbeitet. Name, Anschrift und Alter nicht vergessen!

Alle Beiträge gelangen in Österreichs bedeutendste Sammlung zeitgenössischer Biographien: Die "Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen" an der Universität Wien unter Leitung von Univ.Prof.Dr. Michael Mitterauer hat zugesagt, alle diese Tiroler Erinnerungen ans Alter(n) aufzunehmen und als Quellen für die Nachwelt zu erhalten. Aus Beständen dieses wissenschaftlichen Archivs sind im Laufe seines 15jährigen Bestehens schon über 40 Bände in der Buchreihe "Damit es nicht verlorengeht..." veröffentlicht worden.

Wo erfahren Sie mehr?

Das Seniorenreferat der Landesabteilung JUFF, Brigitte Huber, Michael-Gaismair-Str. 1, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/508-3563, E-Mail: juff.senioren@tirol.gv.at steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung.

 


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