Projekt "Auf der Spur"

Fachliche Begleitung des Projekts "Auf der Spur"

Pressestimmen


  [ Seitenanfang ]



Ein etwas anderes Klassentreffen

Bozen - Seit 15 Jahren gibt es nun die berufliche Ausbildung und Eingliederung von Jugendlichen mit Behinderung an den Landesberufsschulen als Berufsfindungskurs und Anlehre. Das hat der Arbeitskreis Eltern Behinderter (AEB) zum Anlass genommen, die Lebensgeschichten einiger ehemaliger Schülerinnen zu sammeln, um die Vielfalt der Lebensbewältigungen dieser Menschen und deren Familien aufzuzeigen. "Wir erhoffen uns, so das vorhandene Datenmaterial zu beleben", heißt es in einer Aussendung des AEB. Am Montag, 28. Jänner, wird diese lebensbiographische Forschungsarbeit über ehemalige Schülerinnen eines Berufsfindungskurses vorgestellt, und zwar ab 18 Uhr im Sitzungssaal der Sparkasse, Talfergasse 2/C in Bozen. Die Veranstaltung trägt den Titel "Auf der Spur - ein etwas anderes Klassentreffen". Ehemalige Schülerinnen des Berufsfindungskurses Brixen treffen sich nach 15 Jahren und erzählen von ihrem Leben. Anschließend werden Publikation und Video präsentiert; dies soll auch der Auftakt zu einem neuen Projekt sein.

Dolomiten Samstag, 26. Jänner 2002


  [ Seitenanfang ]



"Ein etwas anderes Klassentreffen" - Acht Exschüler eines Berufsfindungskurses erzählen von ihrem Leben - Buch und Film

Bozen (ros) - "Sie probieren es gar nicht, ob du es schaffst oder nicht!" Apollonia stößt diesen Satz etwas verbittert hervor. Sie hat sich mit sieben anderen ehemaligen Mitschülern eines Berufsfindungskurses wieder zusammengefunden und offen über ihre Behinderung, über ihr Leben und ihre Vorstellungen von der Zukunft gesprochen. "Auf der Spur..." nennt sich die Forschungsarbeit, die jetzt in Form eines Buches und eines Dokumentarfilmes vorliegt.

Gestern Abend trafen sich die Teilnehmer des "Klassentreffens" wieder in Bozen und stellten gemeinsam mit den Projektbegleitern, ihrer ehemaligen Lehrerin Sonja Seppi und dem Psychologen Reinhard Gunsch, Buch und Film vor. "Wir waren neugierig. Was ist aus jungen Menschen geworden, die besondere Wege gegangen sind oder gehen mussten?", begündete Mia Pollinger vom Arbeitskreis Eltern Behinderter die Entscheidung, zusätzlich zu bereits erhobenem Datenmaterial auch noch eine qualitative Untersuchung durchzuführen.

Mit Unterstützung der Kulturabteilung der Landesregierung und der Stiftung Südtiroler Sparkasse sowie mit wissenschaftlicher Begleitung von Stefan Pöhl von der Universität Innsbruck gingen die Autoren Gunsch und Seppi der Frage nach, welche Erfahrungen die "Akteure" selbst, also die behinderten Schüler, zur Erfolgsbewertung der Bildungskurse beisteuern können.

"Ja, ich weiß, dass ich mongoloid bin", sagt Verena im Film lachend. Sie ist eine fröhlich wirkende Frau, die lange Zeit in einem Brixner Altersheim gearbeitet hat - "da hat es mir gefallen." Nicht alle Teilnehmer des Klassentreffens können so unbeschwert über ihre Erfahrungen berichten. Andreas hat Schwierigkeiten mit dem Sprechen, Schwierigkeiten dadurch, Beziehungen herzustellen, er frägt sich nach dem Warum und Wieso. "Ist das meine Schuld?"

"Der Film macht betroffen, besonders was den Umgang mit behinderten Kindern und Erwachsenen angeht", hieß es nach der Filmvorstellung von Seiten der Zuschauer. "Er sollte einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, damit die ganze Gesellschaft aus diesem breiten Spektrum persönlicher Lebensgeschichten lernt".

Drei Wochenenden lang tauschten die ehemaligen Mitschüler ihre Erfahrungen aus, stets begleitet von der Filmkamera. Sie selbst arbeiteten mit beim Filmschnitt, schrieben nach den Treffen ihre Gedanken nieder. "Wir glauben, dass diese Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebenslauf ebenso für ihre weitere Lebensplanung wichtig ist", erklärt Mia Pollinger.

Dolomiten Dienstag, 29. Jänner 2002


[ Seitenanfang ]